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Was tun bei Überschreitung der Lieferschwelle?

Du hast die gemeinsame Lieferschwelle von 10.000 EUR für alle EU-Länder überschritten und musst nun Aufträge und Rechnungen korrigieren? Dann befolge die unten aufgelisteten Schritte. Gehe dabei sorgfältig vor, da am Steuersatz keine Änderungen mehr möglich sind, sobald er aktiv verwendet wird. Stelle also sicher, dass die richtigen Daten hinterlegt sind.
Beachte zu dieser Thematik auch das Handbuchkapitel Lieferschwelle und OSS.

  • Schritt 1: Rechnungen stornieren
    Erstelle eine Ereignisaktion, so dass bei einem Wechsel in einen bestimmten Status für jeden Auftrag ein Stornobeleg erstellt wird. Filtere alle entsprechenden Aufträge und verschiebe sie in diesen gesonderten Status. Dadurch werden die Rechnungen storniert und die Aufträge werden entsperrt.

  • Schritt 2: Neuen Steuersatz erstellen
    Lege in dem Standort, von dem aus du die Lieferschwelle überschritten hast, jeweils einen Steuersatz für die EU-Länder, in die du versendest, an. Du kannst dies wie folgt beschrieben machen oder den EU-Umsatzsteuerassistenten verwenden.
    Beispiel: Du lieferst von Deutschland aus nach Frankreich, Italien, Polen und Belgien und hast nun die Lieferschwelle überschritten. In diesem Fall brauchst du im Standort Deutschland eine Steuersatzkonfiguration für Frankreich, Italien, Polen und Belgien mit den entsprechenden Steuersätzen. Denk daran, für jedes Land die richtige Umsatzsteuer-ID zu hinterlegen.

Neuen Steuersatz erstellen:

  1. Gehe ins Menü Einrichtung » Mandant » [Mandant wählen] » Standorte » [Standort wählen] » Buchhaltung.

  2. Wechsle in das Tab Umsatzsteuersätze.

  3. Klicke auf Neue Konfiguration.

  4. Wähle ein Land.

  5. Trage die Steuersätze für das ausgewählte Land ein.

  6. Trage deine Umsatzsteuer-ID für das entsprechende Land ein.

  7. Wähle als Datum, ab dem die Steuersätze gelten sollen, hier das Datum der Lieferschwellenüberschreitung.

  8. Speichere () die Einstellungen.

Gilt die Lieferschwellenüberschreitung für mehrere Mandanten oder Standorte, muss auch dort jeweils ein neuer Steuersatz angelegt werden. Wiederhole in diesem Fall die Instruktion in Schritt 2.

Eingeben der Steuersätze

Nutze beim Eintragen der Steuersätze die gleiche Struktur für jedes Land. Zum Beispiel:

Steuersatz A = Normalsatz (z.B. Deutschland 19%, Frankreich 20%)
Steuersatz B = erster ermäßigter Steuersatz (z.B. Deutschland 7%, Frankreich 10%)
Steuersatz C = zweiter ermäßigter Steuersatz (z.B. Frankreich 5,5%)
Steuersatz D = stark ermäßigter Steuersatz / Sondersteuersatz (z.B. Frankreich 2,1%)

Wichtig:
- Nachträglich können einer aktiven Konfiguration keine Steuersätze hinzugefügt oder bestehende Einträge geändert werden.
- Trage keine doppelten Steuersätze ein, dies führt zu Fehlkonfigurationen.
- Nutze die Zolltarifnummern, um die unterschiedliche Besteuerung von Artikeln abzubilden.

  • Schritt 3: Auftrag neu berechnen
    Berechne die gefilterten Aufträge im neu zugewiesenen Status neu, damit der neue Steuersatz für die Berechnung verwendet wird.
    In der Regel werden Aufträge bei der Erstellung einer Rechnung neu berechnet, allerdings auch direkt gesperrt. Alternativ kannst du den Auftrag im Tab Einstellungen speichern, dadurch wird er aktualisiert ohne gesperrt zu werden. Wenn du größere Mengen Aufträge neu berechnen musst, gib dem plenty Support Bescheid, dort kann das übernommen werden.

  • Schritt 4: Neue Rechnungen erstellen
    Gehe analog zu Schritt 1 vor. Erstelle wieder eine Ereignisaktion, so dass beim Statuswechsel eine Rechnung für jeden Auftrag erzeugt wird. Verschiebe die entsprechenden Aufträge dann in einen weiteren gesonderten Status. Die dadurch entstandenen Rechnungen sind durch das Erstellen des Steuersatzes und die Neuberechnung aktualisiert.

Durch das Erstellen des neuen Steuersatzes wie in Schritt 2 beschrieben werden auch alle Aufträge, die ab dem angegebenen Gültigkeitsdatum erstellt oder importiert werden, mit diesem Steuersatz versehen. Solltest du Fragen haben, kannst du dich gerne an unsere Supporter im Forum wenden.

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